Die Arbeitsgruppe der Physischen Geographie bertreut Abschlussarbeiten mit abwechslungsreichen thematischen Schwerpunkten. Im Folgenden werden einzelne Vorschläge sortiert nach den unterschiedlichen Untersuchungsgebieten und Themen dargestellt. Wenden Sie sich bei Bedarf an die aufgeführten Ansprechpersonen.

Falls Sie schon eigene Ideen oder Konzepte für Abschlussarbeiten haben, können Sie gerne Mitglieder unserer Arbeitsgruppe kontaktieren.

Themenbereich Marokko

Foto vom See Sidi Ali im Mittlerer Atlas (Marokko) mit Basaltsteinen am Ufer bei Sonnenschein, Foto: A. Köhler
See Sidi Ali im Mittlerer Atlas (Marokko), Foto: A. Köhler

Saisonalität von Proxydaten von Seesedimentdaten in Marokko. Einfluss von Sedimentakkumulationen wie Stäuben und aquatischer Erosion anhand von Multi-Proxy Informationen aus XRF, Korngröße, etc. Ein konzeptueller, quantitativer Ansatz.

Ein hochauflösender Bohrkern aus dem Mittleren Atlas bietet die Möglichkeit konzeptuell sedimentologische Daten auf saisonale Einflüsse hin zu untersuchen. Die notwendigen geochemischen Daten stehen bereits zu Verfügung. Die Abschlussarbeit sollte sich demnach konzeptionell und daten-bezogen auf die Frage der Saisonalität fokussieren. Eingebettet ist die Fragestellung in ein laufendes Forschungsprojekt am Institut für Geographie, sodass eine umfassende inhaltliche Betreuung gewährleistet ist.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Multivariate Zeitreihenanalyse von Holozänen Paläoklimaarchiven zum Aufbau von übergeordneten klimatischen Treibern (Tropisch vs. Atlantisch vs. Solar)

Es gibt viele Fallstudien zum Thema der Holozänen Klimaschwankungen. Jedes Umweltarchiv (Seesedimente, Marine Sedimentsequenzen, Stalagmiten, Eisbohrkerne, etc.) hat dabei seine spezifischen Vor- und Nachteile. Jedoch mangelt es an einem integrativen, Multi-Archiv Ansatz, der Paläoumweltinformationen zu Klimagrößen systematisch uns signifikant zusammenbringt. Eine Möglichkeit ist die Analyse der Zyklizität der Daten. Damit kann man Probleme der Datierungsfehler von Archiven minimieren und Ähnlichkeiten ableiten. Die Abschlussarbeit soll in der Schnittstelle zwischen methodischer Kompetenz (Zeitreihenstatistik, R Programmierung) und inhaltlichen offenen Fragen (Können Großklimaräumen spezifische Zyklen zugeordnet werden und wie stehen die Großklimaräume an ihren Grenzen zueinander) bedienen.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Provenienzanalysen von Nordafrikanischen Stäuben mittel Pb, Nd, Sr Isotope

Während der letzten 12.000 Jahre (Holozän) war die Sahara nicht immer ein hyper-arider Ort. Vermutlich bis zum Mittelholozän (um die 5ka BP) war die Sahara deutlich feuchter. Man nennt diese Periode auch African Humid Period. In dieser Zeit war vermutlich auch die Staubemmission deutlich geringer. Das Trockenfallen der Sahara ist raumzeitlich noch nicht abschließend geklärt. Anhand eines Bohrkerns aus dem Mittleren Atlas lassen sich anhand der Isotopen die Bereich der Sahara ableiten, die zu einer bestimmten Zeit trockenfielen und damit mehr Stäube produzierten. Damit kommt man einen Schritt näher an die Wahrheit des Endes der African Humid Period.

Die Abschlussarbeit läuft in Zusammenarbeit mit Dr. Sylvain Pichat vom Max-Planck-Institut in Mainz und der Universität Lyon. Der/die Absolvent*in kann eigene Isotopenmessungen während eines mehrmonatigen Aufenthalts ins Mainz bzw. Lyon erlernen und angeleitet durchführen. Eine Finanzierung eines Aufenthalts kann möglw. über den DAAD bzw. die ARQUS Kooperation geleistet werden.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Themenbereich Pestenacker

Studierende und Mitarbeiterinnen des Instituts für Geographie führen während eines Feldpraktikums eine Rammkernsondierung auf einer Wiese bei Sonnenschein durch, Foto: C. Zielhofer
Rammkernsondierung mit Studierenden und MitarbeiterInnen in Pestenacker, Foto: C. Zielhofer

Sedimentologisch-Geochemische Analysen von Sedimentproben im Umfeld der neolithischen Feuchtbodensiedlung Pestenacker

Böden und Bodensedimente stellen bedeutende Umweltarchive dar. Sie beinhalten neben kulturellen Artefakten auch Informationen der früheren Landnutzung und die daran gekoppelten Mensch-Umweltbeziehungen. In den oberbayerischen Voralpen in der Talaue des Verlorenen Baches (Einzugsgebiet des Lechs) liegen Überreste der jungneolithischen Siedlung Pestenacker. Die außerordentlich gute Konservierung der ehemaligen Feuchtbodensiedlung und ihre damit verbundene große überregionale, (geo-)archäologische Bedeutung führte 2011 zur Aufnahme in die UNESCO-Liste der Welterbestätten als Teil der „Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen“.

Im Zuge eines DFG finanzierten Projektes untersuchen wir diesen Standort gemeinsam mit PartnerInnen des UFZs und des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege hinsichtlich unterschiedlicher Fragestellungen. Zurzeit wollen wir unsere sedimentologischen und geochemischen Analysen an ausgewählten Bodenprofilen erweitern um unter anderem

  • Umweltveränderungen am Untersuchungsstandort ableiten zu können
  • Die unterschiedlichen Sedimente am Talhang und in der Aue charakterisieren zu können

Im Labor sollen dazu unterschiedliche geochemische und sedimentologische Analysen (XRF, Calcimeter, CNS) erlernt, angewendet und statistisch ausgewertet werden. Genauere Fragestellungen und die damit verbundenen jeweiligen Methoden können je nach Interesse spezifiziert werden.

Ansprechperson: Anne Köhler

Themenbereich Süßer See

Blick auf den Süßen See, Foto: Institut für Geographie
Blick auf den Süßen See, Foto: Institut für Geographie

GIS-basierte Kartierung (automatisiert vs. manuell) von geomorphologischen (Uferterrassen, Paläorinnen...) und archäologischen Gebäudegrundrisse, Nutzungsspuren) Oberflächenstrukturen in den Einzugsgebieten des Süßen und Salzigen Sees.

Die hydrologische und geomorphologische Vergangenheit des Seengebietes im Mansfelder Land war während des Holozäns hochdynamisch. Spätestens mit der künstlichen Drainage des Salzigen Sees Ende des 19. Jh. Veränderte sich die Landschaft gewaltig. Zeugen der damaligen Ufer sind geomorphologische Formen (sogenannte Uferterrassen). Zudem war die Region auch archäologisch dicht besiedelt und die Menschen haben Einfluss auf die Umwelt genommen. Anhand eines hochauflösenden Geländemodells sowie Luftbildern sollen auffällige Formen und Strukturen kartiert und eingeordnet werden. Eine Zusammenstellung und relative zeitliche Einordnung kann Aufschluss über die räumliche und zeitliche Dynamik des Raumes geben.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Kurzkernbohrung, stratigraphische Beschreibung und erste geochemische Analysen der (vermutlich) am Bindersee (Mansfelder Land)

Seesedimente sind hervorragende Umweltarchive, da sie Sedimentfallen sind, wo Sedimente eingetragen werden aber nicht erodieren. Sequenzen aus Bohrungen limnischer Archive ermöglichen die Rekonstruktion von geomorphologischen, klimatischen, ökologischen und anthropogenen Veränderungen im Raum. Der Bindersee (als Restsee des ehemaligen Salzigen Sees) hat aufgrund seiner starken limnologischen Schichtung vermutlich das Potential stratigraphisch feingegliederte Sedimente aufzuweisen. Ein Kurzkern (ca. 1 – 1,5 m) sollen vom Seegrund geborgen werden und neben einer feinstratigraphischen Beschreibung auch erste geochemische Analysen durchgeführt werden.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Themenbereich Geoarchäologie

Aufnahme einer Direct-Push-Sondierung mit Studierenden und MitarbeiterInnen der Universität Leipzig sowie des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig, Foto: C. Zielhofer
Direct-Push-Sondierung in Pestenacker mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig, Foto: C. Zielhofer

Aufbau einer raum-zeitlichen Datenbank von veröffentlichten Datierungen von Kolluvien und Alluvien für Mitteleuropa mit dem Kontext der jeweiligen Fundorte (lokales EZG, Reliefparameter, Siedlungsmuster, etc.)

Kolluvien und Alluvien sind Marker für geomorphodynamisch aktive Prozesse der Erosion und Sedimenttransport. Generell sind anthropogene (z.B. Entwaldung, Ackerbau, etc.) und klimatische Einflüsse (z.B. kurzfristige Klimaänderung mit Veränderten Niederschlagsverteilungen) dafür verantwortlich. Seit vielen Jahrzehnten werden diese Sedimenttypen beschrieben, untersucht und datiert. Leider fehlt es bis heute an einer systematischen Zusammenstellung dieser Daten. Ein solch zusammengetragener Datensatz ermöglicht sowohl die zeitlich als auch räumliche Analyse der Akkumulationen. Der Fokus auf raum-zeitlichen Unterschieden kann dabei helfen die auslösenden Faktoren (Anthropogen vs. Klimainduziert) besser voneinander zu trennen.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Aufbau räumlicher Datenbanken zu Schwermetallgehalten von Oberflächenproben für Brandenburg (Elbe-Havel Mündungsbereich), Sachsen-Anhalt (Süßer See), oder Bayern (Donau)

Fragestellung Brandenburg: Der Havel-Elbe Mündungsbereich ist spannend, da hier bei Hochwasserereignissen Wässer und Sedimente in Suspension in den Bereich der Havel "schwappen". Räumliche Verteilungsmuster von Schwermetallgehalten geben hier die Möglichkeit Elbe-Sedimente von Havel-Sedimenten zu trennen. Dadurch ließe sich eine solche Hypothese der extern eingetragenen Auensedimente ableiten. Wichtig sind dafür die Schwermetallgehalte der Einzugsgebiete der Elbe und der Havel oder zumindest je ein repräsentatives Set an "typischen" Schwermetallgehalten.

Fragestellung Sachsen-Anhalt: Die EZGs Süßer und Salziger See scheinen unterschiedlich auf klimatische Ereignisse reagiert zu haben. Zumindest sind das erste Rückschlüsse auf den Sedimentarchiven der Seen. Eine räumliche Analyse der Schwermetallgehalte hat die Möglichkeit einzelne „Provinienzcluster“ auszuweisen. Letztlich lässt sich damit der geologische Untergrund differenziert abbilden. Die Schwermetallgehalte in den Akkumulationsstandorten (z.B. im See oder auch in den Auen) zeigt dann möglicherweise räumliche Muster des Einzugsgebiets. Das Mansfelder Land ist durch eine diverse Bergbaugeschichte geprägt, sodass Schwermetalle hier im besonderen Maße relevant sind.

Fragestellung Bayern: Die Donau wird durch mehrere große Zuflüsse gespeist, sowohl durch Wasser als auch durch Sedimente. Die Schwermetallgehalte lasse die Differenzierung der geologischen Einheiten zu. Die Auensedimente (z.B. bei Straubing) sind die Summe der eingetragenen Sedimente und ihrer geochemischen Zusammensetzung. Die präzise räumliche Auswertung der unterschiedlichen Einzugsgebiete lässt letztlich in den Auen eine unterschiedliche Aktivierung der nördlichen und südlichen Zuflüsse zu. Perspektivisch kann die Kopplung der Oberflächenproben mit einem Holozänen Auenarchiv die diachrone Entwicklung der geomorphodynamischen Aktivität ermöglichen.

Ansprechperson: Johannes Schmidt

Weiterentwicklung und Auswertung der siedlungs- und landschaftsspezifischen Datenbank der Altheimer Kultur in Bayern

Landschaften und menschliche Siedlungsaktivität können nicht unabhängig voneinander analysiert werden. Die Mensch-Umwelt-Beziehungen sind ein essentieller Bestandteil der interdisziplinären Geoarchäologie. Im Zuge dieser Abschlussarbeit soll eine Datenbank der jungneolithischen Altheimer Kultur in Bayern weiterentwickelt werden, um siedlungs- und landschaftsspezifische Rückschlüsse ziehen zu können.

Anprechperson: Anne Köhler

 

Aufbau und Auswertung einer siedlungs- und landschaftsspezifischen Datenbank der Feuchtbodensiedlungen und Pfahlbausiedlungen im circum-alpinen Raum

Das UNESCO Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" umfasst 111 Pfahlbau- und Feuchtbodensiedlung aus dem Neolithikum und der Bronzezeit, welche hervorragende Konservierungsbedingunge aufweisen. Die Abschlussarbeit hat das Ziel eine Datenbank dieser Siedlungen zu erstellen um Verbreitungsmuster nach z.B. Art, Zeit und Dauer zu erstellen. Weiterhin sollen diese Ergebnisse mit lokalen und regionalen Klimaarchiven verknüpft werden.

Ansprechperson: Anne Köhler

 

Themenbereich Oberalteich an der Donau

Blick auf die Donau vom Bogenberg bei Oberalteich (Foto: A. Köhler)
Blick auf die Donau vom Bogenberg bei Oberalteich (Foto: A. Köhler)

Recherche und Verknüpfung bisheriger geomorphologischer, archäologischer sowie historischer Studien der Donauterrassen bei Straubing

Die Magdalenenflut von 1342 gilt als Jahrtausendhochwasser in Mitteleuropa. Es existieren einzelne Studien, die sich dieser Thematik im Bereich Straubing widmen. Jedoch mangelt es an interdisziplinären Verknüpfungen. Ziel dieser Abschlussarbeit ist es, die Fallstudien zu kombinieren um ein gesamtheitliches Bild der Auswirkungen des Hochwassers zu generieren.

Ansprechperson: Anne Köhler

 

Visualisierung und GIS-gestützte Analyse hochaufgelöster DGMs

Hochaufgelöste Digitale Geländemodelle (DGM) bieten eine sehr gute Möglichkeit Höheninformationen der Landschaft schnell zu visualisieren. Viele Fragestellungen, vor allem in der Landschaftsrekonstruktion und der Bodendenkmalpflege erfordern jedoch angepasste Analysen am DGM und eine individuelle Darstellung. Dies soll an einem Ausschnitt der Donau mit zahlreichen Altarmen und plesitozänen sowie holozänen Terrassenstufen im Bereich von Straubing realisiert werden.

Ansprechperson: Anne Köhler

Auswertung geophysikalischer Flächenprospektionen (EMI) an der Donau bei Straubing

 

Ansprechperson: Anne Köhler

Sedimentologisch-geochemische Analyse der Sedimente aus einem Altarm der Donau bei Straubing

 

Ansprechperson: Anne Köhler

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