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Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Geomorphologie 2021 geht an Dr. Johannes Schmidt

Die Deutsche Gesellschaft für Geomorphologie verleiht den Dissertationspreis 2021 an Dr. Johannes Schmidt vom Institut für Geographie der Universität Leipzig für Dissertation mit dem Titel: "Quantification and modelling approaches of geoarchaeological processes – The course, construction and collpase of the Carolingian canal (Fossa Carolina)".

Die Dissertationsschrift bildet eine wichtige und integrative Schnittstelle zwischen den Disziplinen Geomorphologie, Geophysik, Archäologie und Geschichte innerhalb des Projekts „Fossa Carolina: Bindeglied der Hafennetzwerke an Rhein und Donau. Studien zur Überwindung der Europäischen Hauptwasserscheide im Mittelalter“ im DFG-Schwerpunktprogramm 1630 „Häfen von der römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter“. Herrn Dr. Johannes Schmidt gelingt der Transfer von methodischen und konzeptionellen Ansätzen aus der Geomorphologie in den Bereich der Geoarchäologie und umgekehrt. Geoarchäologische Studien konzentrieren sich häufig auf deskriptive Konzepte. Im Gegensatz dazu hat Herr Dr. Johannes Schmidt für die Landschaft rund um die frühmittelalterliche Fossa Carolina numerische und quantitative Ansätze entwickelt um die Landschaft bzw. das Relief in einen vormodernen und damit (fast) frei von anthropogenen Strukturen befindlichen Zustand zu überführen. Eine bereinigte Topographie ermöglicht die quantitative Analyse der Abhängigkeit des hydrotechnischen Meisterbauwerks Fossa Carolina vom lokalen Relief. Weiterhin konnte Herr Dr. Johannes Schmidt über eine Massenbilanzmodellierung nachweisen, dass die karolingischen Bauherren den Verlauf des Karlsgraben mit höchster räumlicher Präzision gewählt haben um den bautechnischen Aufwand möglichst gering zu halten. Darüber hinaus hat er zum ersten Mal weltweit einen reproduzierbaren und transparenten Ansatz entwickelt um archäologische, sedimentologische und geophysikalische Untergrundinformationen räumlich zu koppeln. Dabei entstand ein hochauflösendes 3D-Modell der Fossa Carolina.
Das geomorphologische Konzept der Sedimentbudgetierung ermöglicht es die Erosionsund Sedimentationsdynamik auf Einzugsgebietsebene abzuleiten.

Herr Dr. Johannes Schmidt adaptierte dieses Konzept um die initialen Erosionserscheinungen der Aushubmassen des Kanals numerisch bestimmen zu können. Die historische Überlieferung eines erosionsbezogenen Kollapses des Kanalbauwerks Ende 793 AD konnte hiermit zum ersten Mal naturwissenschaftlich belegt werden. Der Übertrag von numerischen und quantitativen Ansätzen aus der Geomorphologie in die Geoarchäologie (als Schnittmengendisziplin) ist herausragend gelungen. Weiterhin konnte Herr Dr. Johannes Schmidt im Rahmen seiner Dissertation einen besonderen Beitrag zum Wissenstransfer liefern.

Die hochranging publizierten Fachartikel von Herrn Dr. Johannes Schmidt werden international wahrgenommen und eröffneten neue Debatten über die räumliche Genauigkeit geomorphologischer Analysen und Befunde. Vor allem die konzeptionellen Ansätze zur Quantifizierung von Oberflächenprozessen unter dem Einfluss des Menschen und der Transfer in die unterschiedlichen Disziplinen fließt in die Forschungsausrichtungen aktueller  eoarchäologischer/geomorphologischer Projektanträge ein.


Veröffentlichungen:

Schmidt, J., 2020. Geoarchaeolgical modelling and quantification approaches at the Fossa Carolina, Southern Germany. Dissertation. Leipzig.

Schmidt, J., Werther, L., Zielhofer, C., 2018. Shaping pre-modern digital terrain models. The former topography at Charlemagne's canal construction site. PloS one 13, e0200167.

Schmidt, J., Rabiger-Völlmer, J., Werther, L., Werban, U., Dietrich, P., Berg, S., Ettel, P., Linzen, S., Stele, A., Schneider, B., Zielhofer, C., 2019. 3D-Modelling of Charlemagne’s Summit Canal (Southern Germany) — Merging Remote Sensing and Geoarchaeological Subsurface Data. Remote Sensing 11, 1111.

Schmidt, J., Werther, L., Rabiger‐Völlmer, J., Herzig, F., Schneider, B., Werban, U., Dietrich, P., Berg, S., Linzen, S., Ettel, P., Zielhofer, C., 2020. Sediment budgeting of short‐term backfilling processes: The erosional collapse of a Carolingian canal construction. Earth Surf Process Landforms 45, 3449-3462.

Dr. Johannes Schmidt erhält eine Urkunde für seine Dissertation, Foto: privat
Dissertation Dr. Johannes Schmidt, Foto: privat

Tag der offenen Tür

Das Institut für Geographie lädt alle Interessierten ein, uns am Tag der offenen Tür am 13. Januar 2022 kennenzulernen. Sie haben die Möglichkeit, unserer Fachstudienberatung und dem Fachschaftsrat Ihre Fragen zu stellen und in eine Vorlesung reinzuschnuppern.


Weitere Informationen:

Geographie in Leipzig studieren

Fachschaft Geographie

Präsentation
PDF 6 MB


 

Infoveranstaltung "Studium und Praktika im Ausland"

Friederike Fuchs (Stabstelle Internationales) und Alejandro Armas-Díaz (Erasmus+ Koordinator des Instituts für Geographie) laden Studierenden des Bachelor- und Masterstudiegangs zur digitale Infoveranstaltung "Studium und Praktika im Ausland" an. Die Veranstaltung finden am 28. Oktober, 15:15 Uhr per Zoom statt.

https://uni-leipzig.zoom.us/j/64775198522?pwd=UnF6eUZBMUtNank1NjNCdkFJamg2dz09

Kenncode 063314

Fragen zur Vernastaltung richten Sie bitte an intergeo(at)rz.uni-leipzig.de

Einführungswoche zum Wintersemester 2021/2022

In der Woche vom 4. - 8. Oktober finden an unserem Institut verschiedene Begrüßungs- und Einführungsveranstaltungen statt, zu denen Sie ganz herzlich eingeladen sind!

Die Exkursion vom Ökolöwen muss kurzfristig auf den 5. Oktober 15:00 Uhr verschoben werden.


Das komplette Programm (Stand 27.9.)
PDF 190 KB

Einführungsveranstaltung Bachelor Geographie
PDF 4 MB

Einführungsveranstaltung Master Wirtschafts- und Sozialgeographie
PDF 3 MB

Bitte beachten Sie das aktuelle Hygiene- und Infektionsschutzkonzept der Universität Leipzig!

Termin: 6. Oktober 2021, je nach gewähltem Start ca. 09:00 - 14:30 Uhr

Ort: Leipziger Westen

Programmablauf: Exkursion Leipziger Westen
PDF 2 MB

Anmeldung: Terminplan für Exkursion

Pandemiebedingt wird die Exkursion in Kleingruppen durchgeführt, die Anzahl freier Plätze ist begrenzt.

Termin: 8. Oktober 2021, 09:00 - 15:00 Uhr

Ort: Leipziger Süden

Programmablauf: Exkursion Leipziger Süden
PDF 316 KB

Anmeldung: Terminplan für Exkursion

Termin: 29. - 31. Oktober

weitere Informationen folgen

Neue Verstärkung am Institut

Zum 1. September hat das Institut für Geographie weitere personelle Verstärkung erhalten: Hannes Feilhauer vertritt jetzt als Leiter der neuen Arbeitsgruppe ‘Fernerkundung in der Geo- und Ökosystemforschung’ eine methodenorientierte Vegetationsgeographie in Forschung und Lehre. Professor Feilhauer war zuletzt Gastprofessor für Fernerkundung und Geoinformatik an der Freien Universität Berlin und davor als akademischer Rat am Geographischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig. In seiner Forschung befasst er sich mit der raum-zeitlichen Analyse von Vegetationsmustern mit Hilfe von hoch auflösenden Luft- und Satellitenbildern. Seine Untersuchungen zur Artenzusammensetzung der Vegetation und zu funktionellen Ökosystemeigenschaften ermöglichen Einblicke in dynamische Mensch-Umwelt-Interaktionen. Zusammen mit den Arbeitsgruppen Mahecha und Vohland sowie Partnern am UFZ trägt die Arbeitsgruppe Feilhauer zum neuen Leipziger Fernerkundungszentrum bei.

Neues Remote Sensing Center for Earth System Research am Start

Leipzig ist bekannt für seine Weltklasse-Forschung in den Bereichen Biodiversität und Ökosystemforschung. Die Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) haben nun zusammen ein neues Fernerkundungszentrum für Erdsystemforschung gegründet. Die Erforschung von Ökosystemen und ihren Funktionen in einer sich verändernden Welt wird nun mit neuesten Methoden der Fernerkundung noch weiter in den Vordergrund rücken. Mehr Information finden Sie auf der neuen Website.

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